Deine Website lädt langsam? Dann verlierst du Besucher UND Rankings. Studien zeigen: 53% der mobilen Nutzer verlassen eine Seite, wenn sie länger als 3 Sekunden lädt.
In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine Ladezeit misst und mit konkreten Maßnahmen drastisch verbesserst – auch ohne technische Vorkenntnisse.
Warum ist Ladezeit wichtig?
Die Ladezeit beeinflusst drei entscheidende Faktoren:
Google Ranking
Offizieller Ranking-Faktor seit 2021 (Core Web Vitals)
Besucherzufriedenheit
53% Absprungrate bei über 3 Sekunden Ladezeit
Conversions
1 Sekunde langsamer = 7% weniger Conversions
Google misst dabei die sogenannten Core Web Vitals – drei Metriken, die die Nutzererfahrung messen:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wann ist der Hauptinhalt sichtbar? Ziel: unter 2,5 Sekunden
- FID (First Input Delay): Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks? Ziel: unter 100ms
- CLS (Cumulative Layout Shift): Wie stabil ist das Layout? Ziel: unter 0,1
Ladezeit messen: Die besten Tools
Bevor du optimierst, musst du wissen, wo du stehst. Diese Tools zeigen dir deine aktuelle Ladezeit und konkrete Verbesserungsvorschläge:
⚡ WSC-Speed Test
Unser eigenes Tool – schnell, auf Deutsch, mit konkreten Tipps
🔍 Google PageSpeed Insights
Der offizielle Google-Standard, zeigt Core Web Vitals
📊 GTmetrix
Sehr detailliert, mit Wasserfall-Diagramm
🌐 WebPageTest
Profi-Tool mit vielen Einstellungen
Wie schnell ist deine Website?
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WSC-Speed Test starten →Bilder optimieren – Der größte Hebel
Bilder machen oft 50-80% der Dateigröße einer Website aus. Hier liegt das größte Optimierungspotenzial.
Bildgröße anpassen
Lade Bilder nicht größer hoch als sie angezeigt werden. Wenn ein Bild mit 400px Breite angezeigt wird, braucht es keine 4000px.
Faustregel: Maximale Breite 1920px für Vollbild-Bilder, 800px für Content-Bilder.
Bilder komprimieren
Komprimiere jedes Bild vor dem Upload. Du kannst oft 70-80% Dateigröße sparen, ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
Kostenlose Tools:
- TinyPNG – für PNG und JPG
- Squoosh – von Google, sehr mächtig
- ImageOptim – Mac-App
Moderne Formate nutzen
WebP ist das moderne Bildformat – 25-35% kleiner als JPG bei gleicher Qualität. Alle modernen Browser unterstützen es.
Squoosh kann JPG/PNG direkt in WebP konvertieren.
Lazy Loading aktivieren
Lazy Loading lädt Bilder erst, wenn sie in den sichtbaren Bereich scrollen. Das beschleunigt den ersten Seitenaufbau enorm.
<img src="bild.jpg" loading="lazy" alt="Beschreibung">
Einfach loading="lazy" zum img-Tag hinzufügen – fertig!
Bilder, die sofort sichtbar sind (above the fold), sollten NICHT lazy geladen werden – das verzögert den LCP-Wert.
Browser-Caching aktivieren
Browser-Caching speichert Dateien lokal beim Besucher. Beim zweiten Besuch muss die Seite nicht komplett neu geladen werden – das spart enorm Zeit.
Für Apache-Server (.htaccess)
Füge diesen Code in deine .htaccess-Datei ein:
# Browser Caching
<IfModule mod_expires.c>
ExpiresActive On
ExpiresByType image/jpg "access plus 1 year"
ExpiresByType image/jpeg "access plus 1 year"
ExpiresByType image/png "access plus 1 year"
ExpiresByType image/webp "access plus 1 year"
ExpiresByType text/css "access plus 1 month"
ExpiresByType application/javascript "access plus 1 month"
</IfModule>
Für WordPress
Nutze ein Caching-Plugin wie WP Rocket (kostenpflichtig, aber sehr gut) oder LiteSpeed Cache (kostenlos). Diese erledigen das automatisch.
Code optimieren (CSS & JavaScript)
CSS optimieren
- Minifizieren: Entfernt Leerzeichen und Kommentare (spart 10-20%)
- Critical CSS: CSS für den sichtbaren Bereich inline einbinden
- Ungenutztes CSS entfernen: Viele Themes laden mehr CSS als nötig
JavaScript optimieren
- Defer/Async nutzen: JavaScript sollte das Laden nicht blockieren
- Unnötige Scripts entfernen: Jedes Script kostet Ladezeit
- Scripts zusammenfassen: Weniger HTTP-Requests
<!-- Schlecht: Blockiert das Laden -->
<script src="script.js"></script>
<!-- Besser: Lädt parallel, führt nach HTML-Parsing aus -->
<script src="script.js" defer></script>
Hosting & Server
Der beste Code hilft nichts, wenn der Server langsam ist. Billiges Shared Hosting ist oft der Flaschenhals.
Was einen guten Hoster ausmacht:
- Server-Standort in Deutschland/EU – kürzere Wege = schnellere Antworten
- SSD-Speicher – viel schneller als klassische Festplatten
- HTTP/2 oder HTTP/3 – moderne Protokolle laden schneller
- PHP 8+ – neuere PHP-Versionen sind deutlich schneller
- Gzip/Brotli-Komprimierung – komprimiert Daten vor dem Senden
CDN nutzen (Content Delivery Network)
Ein CDN verteilt deine Inhalte auf Server weltweit. Besucher laden von dem Server, der ihnen am nächsten ist. Empfehlenswert:
- Cloudflare – kostenloser Plan verfügbar, sehr beliebt
- BunnyCDN – günstig und schnell
WordPress spezifisch
WordPress ist großartig, aber oft langsam. Hier die wichtigsten Optimierungen:
Die besten Caching-Plugins
- WP Rocket (ab 59€/Jahr) – All-in-One, sehr einfach, beste Ergebnisse
- LiteSpeed Cache (kostenlos) – super für LiteSpeed-Hosting
- W3 Total Cache (kostenlos) – mächtig, aber komplex
Weitere WordPress-Tipps
- Plugins ausmisten: Jedes Plugin kostet Ladezeit. Deaktiviere und lösche was du nicht brauchst.
- Theme prüfen: Aufgeblähte Themes sind oft langsam. Teste mal mit einem Standard-Theme.
- Datenbank optimieren: Plugin wie "WP-Optimize" räumt auf
- PHP-Version aktualisieren: PHP 8.x ist deutlich schneller als 7.x
- Autoptimize nutzen: Kostenloses Plugin für CSS/JS-Optimierung
Teste deine Optimierungen
Nach jeder Änderung: Ladezeit neu messen und vergleichen!
Zum WSC-Speed Test →Checkliste: Ladezeit optimieren
Gehe diese Punkte der Reihe nach durch:
- ☐ Aktuelle Ladezeit messen (Ausgangswert notieren)
- ☐ Bilder komprimieren und in richtige Größe bringen
- ☐ Lazy Loading für Bilder aktivieren
- ☐ Browser-Caching einrichten
- ☐ Unnötige Plugins deaktivieren
- ☐ CSS/JavaScript minifizieren
- ☐ PHP-Version prüfen (mindestens 8.0)
- ☐ GZIP-Komprimierung aktivieren
- ☐ Ergebnis messen und vergleichen